Die Schulgemeinschaft des Megina-Gymnasiums trauert um die ehemalige Kollegin Ursula Blümel.

Blümel

Sie hat mit ihren Fächern Deutsch und Erdkunde fünfundzwanzig Jahre das Schulleben mitgeprägt. 

Blümel wurde 1940 in Freiberg/Sachsen geboren und besuchte Schule und Universität in Halle an der Saale. Nach dem Lehramtsstudium war sie in den Kreisen Eisenach und Gera als Lehrerin angestellt, später auch als Ausbilderin EDV im Rechenzentrum in Gera. Da ihr Mann Harri Blümel mutig das politische und wirtschaftliche System der DDR offen kritisierte, hatte die Familie in der DDR einen konfliktreichen beruflichen Werdegang, der schließlich zur Ausbürgerung und die beiden Blümels ans Mayener Gymnasium führte.

Dort konnten sie und ihr Mann den Schülerinnen und Schülern anhand ihres Lebenslaufs als Zeitzeugen glaubhaft davon berichten, was es heißt, in einem Staat zu leben, in dem sie wegen freier Meinungsäußerung in einem permanenten Angstzustand vor der Abholung durch die Staatssicherheit ausharren mussten. Auch der Wechsel vom erlernten Beruf der Lehrerin zur Arbeit in einem Rechenzentrum war zeugt von den Konsequenzen, die es bedeuten konnten, wenn man der sozialistischen Einheitspartei unliebsame Meinungen vertrat.

Diese Erfahrungen fanden bei Frau Blümel immer wieder Eingang in ihren Unterricht in Mayen, in dem sie der jungen Generation Aspekte von Menschlichkeit und Gerechtigkeit beispielsweise an Texten von Brecht und Böll verdeutlichte. Ebenso konnte Sie die in der DDR-Literatur beschriebene Lebenswirklichkeit wie etwa in Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“ authentisch vermitteln und kritisch einordnen.

Der damalige Schulleiter Karl Braun lobt sie für Ihren „freundlichen-bestimmenden Unterrichtston“ sowie ihre „klare Vorstellung von fachspezifischer und sachübergreifender Methodik“.

In Ihrer Abschiedsrede im Jahr 2000 bedankt sich Blümel bei Ihrem Kollegium für dessen Entgegenkommen und die erfahrene Hilfsbereitschaft sowie bei der Schulleitung für die Unterstützung. Im Rückblick steht sie zu Ihrer Entscheidung, Lehrerin geworden zu sein, da ihr Kinder und Jugendliche viel bedeuteten. Sie habe Vielen geholfen, den Weg ins Leben zu finden und beende dadurch ihren Dienst in Harmonie und Zufriedenheit. Gleichzeitig bedauert sie die Vernachlässigung des Leistungsprinzips in Deutschland, dass sich die Wirtschaft über mangelhafte Voraussetzungen bei Schulabgängern beschwere und beklagt die zunehmende Radikalisierung und Jugendkriminalität. Worte, die 26 Jahre später nichts an Aktualität verloren haben.

Ursula Blümel verstarb fünf Jahre nach ihrem Mann Harri am 17. Februar 2026 im Alter von 85 Jahren, sie wird der Schulgemeinschaft in guter Erinnerung bleiben.

(J)

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.